Koalitionsantrag

Proaktive Gewaltschutz-Beratung in Notaufnahmen soll Leben retten

War es ein Treppensturz oder doch etwa Faustschläge? Ein vertrauliches Beratungsangebot soll Betroffene häuslicher Gewalt mit körperlichen Verletzungen künftig direkt in den Rettungsstellen der Berliner Krankenhäuser erreichen. Ein entsprechende Antrag der Koalitionsfraktionen wurde gestern, am Donnerstag den 17.11. in die Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses eingebracht.

  • Die Zahlen sind erschreckend: Jede dritte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben physische und/oder sexualisierte Gewalt. Etwa jede vierte Frau trifft körperliche oder sexualisierte Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner.
  • Die Beratung erreicht Betroffene proaktiv: Mit ihrer Zustimmung werden die Frauen direkt an spezialisierte Beratung und psychosoziale Versorgung vermittelt.
  • Das Vorgehen ist erfolgreich getestet: Fünf Jahre lang haben zwei Berliner Kliniken dieses Vorgehen im Rahmen eines Modellprojektes erprobt.

Die vertrauliche Ansprache durch Ärzt*innen und medizinisches Personal ist für viele Gewaltbetroffene eine Erleichterung. Frauen erleben oft täglich brutale Gewalt, in den allermeisten Fällen vom eigenen Partner oder im privaten Umfeld. In Krisenzeiten verschärft sich die Situation für viele Betroffene. Das neue Beratungsangebot in den Berliner Rettungsstellen kann Türen öffnen und zeigen: Es gibt Wege aus der Gewaltspirale. Das kann Leben retten!

Corona, Energiekrise oder Inflation hinterlassen ihre Spuren. Von Gewalt betroffene Frauen befinden sich nach wie vor in einer Gewalt-Krise. Berlin muss dafür sorgen, dass Frauen frei von Gewalt leben können, dass Gewalt-Betroffene schnelle Hilfe erhalten. Mit der proaktiven Gewaltschutz-Beratung in Notaufnahmen setzen wir direkt bei den Betroffenen an. Damit stärken wir konsequent das Berliner Gewaltschutz-System und mit ihm die Umsetzung der überlebenswichtigen Istanbul-Konvention. Denn wir wollen eine Stadt, in der alle Menschen sicher und selbstbestimmt leben können.“

Den Antrag könnt ihr hier durchlesen. Außerdem findet ihr hier einen Ausschnitt meiner Rede: